Der Patient darf nicht zur Ware werden

Gastbeitrag von Susanne Allers, Freie Wähler Dachau e.V.

Wie steht es um die ärztliche Versorgung auf dem Land und wie wird sie sich entwickeln? Zu diesem Thema haben die Freien Wähler Dachau e.V. und Kreistagskandidatin Susanne Allers kürzlich eine Informationsveranstaltung in Altomünster organisiert. Referent des Abends war der Chirurg Dr. Otto Bertermann, Stadtrat in München und ehemaliger Landtagsabgeordneter der Freien Wähler. Zur Veranstaltung waren rund 20 Gäste gekommen, darunter auch Ärzte und Apotheker aus Altomünster.

FW Infoveranstaltung Ärztliche Versorgung 25.2.2014 (16)Bertermann machte deutlich, dass die medizinische Versorgung dem demographischen Wandel unterliege und daher Regionen mit Bevölkerungsrückgang auch mit medizinischen Versorgungslücken zu kämpfen hätten. In Bayern sei die Lage jedoch noch nicht dramatisch. Gleichzeitig forderte Bertermann, dass die Politik Anreize setzen müsse, um die Niederlassung von Allgemein- und Fachärzten auf dem Land zu fördern. So müsse zunächst die gestaffelte Bezahlung der Ärzte nach Patientenzahl beendet werden. Darüber hinaus müsse für Notarzteinsätze eine Grundvergütung eingeführt werden. Wichtig sei zudem, die ausufernde Bürokratie zu bekämpfen. Eine durchgehende Ausrichtung des Gesundheitswesens nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten lehnte er klar ab: „Der Patient darf nicht zur Ware werden!“

Zudem müsse nach Gesundheit, nicht nach Rendite behandelt werden. Telemedizin, die von der Staatsregierung als Lösung für medizinische Versorgungslücken auf dem Land vorgeschlagen werden, sieht Bertermann kritisch. „Das hilft die Qualität zu verbessern, weil sich Mediziner untereinander austauschen können, hilft dem Patienten aber wenig, wenn er den Arzt nur auf dem Bildschirm sieht.“ Im Anschluss gab es zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Im Bild v.l.n.r.: Dr. Edgar Forster (Vorsitzender FW Dachau e.V.), Susanne Allers (FW Dachau e.V.), Referent Dr. Otto Bertermann
Bildquelle: (c) Susanne Allers

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