Brauchtum und Dorfleben vormals in der Winterzeit

Der Arbeitskreis „Seniorinnen/Senioren“ in der Kolpingsfamilie Altomünster trifft sich seit geraumer Zeit nachmittags zu einer Kaffeestunde. Er darf hierfür den Saal im Seniorenwohnen „Altoland“ nutzen, wofür herzlich gedankt wird. Vor ein paar Tagen am Gedenktag „Maria Lichtmess“ stand das Thema „Das Brauchtum und das Dorfleben vormals in der Winterzeit“ auf dem Programm. Wolfgang Graf freute sich bei der Begrüßung sehr, dass Rosmarie Henkel aus Pipinsried wieder zur Verfügung stand, um in einer Kombination aus Vortrag und Gespräch aus ihrem schier unermesslichen Wissen zu berichten. So brachten sich die Anwesenden rege mit ein und es entwickelte sich ein mehrstündiges interessantes Gespräch der Erinnerungen. Die kirchlichen Gedenk- und Feiertage regelten vormals wesentlich das Leben, die Arbeit, die Freizeit im dörflich geprägten Umland. Die weihnachtliche Festzeit dauert bis „Maria Lichtmess“. Maria und Josef brachten dabei Jesus in den Tempel und legten ihn dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna in die Hände. Es ist ein symbolischer Übergang für Jesus hinaus in sein Leben und späteres Wirken bis hin zu dem, was an Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern begangen und gefeiert wird. Maria Lichtmess war deshalb vormals auch der Tag, als die Bediensteten auf den Bauernhöfen aufbrachen und ihren Arbeitgeber wechselten. Es war der Tag, als die Arbeit auf einem Gutshof wieder mit ganzer Kraft begonnen wurde. Denn während der Winterzeit konnte je nach Witterung und durch die kurze tageshelle Zeit nur das Nötigste getan werden, um die Hausbewohner und die Tiere im Stall zu versorgen. Es war eine karge Zeit, denn die Vorräte aus der zurückliegenden Erntezeit, Heizmaterial, Trinkwasser, Lichtquellen waren
vielfach mehr als knapp und mussten sorgfältig eingeteilt werden. Die „Stube“ (Wohnküche) war oftmals der einzig beheizbare Raum. Dort versammelten sich die Hausbewohner, nähten, strickten, stopften, klöppelten, webten, töpferten und vieles mehr. Vor allem aber pflegten sie dabei das Hausgebet, die Hausmusik und das Gespräch. „Das ist das, was vielen Familien heutzutage häufig fehlt.“, bedauerte Rosmarie Henkel. Sie wünschte allen Anwesenden, weiterhin die Kraft zu finden, die jüngeren Generationen mit Rat und Tat zu begleiten und in den Familien zusammenzuhalten. Mit einem lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Anwesenden. Bildquelle: (c) altonews

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