Gastbeitrag Frau Gudrun Huber für Dachauer Jugendsinfonieorchester (DJSO)

Schon zum zweiten Mal kehrt das Dachauer Jugendsinfonieorchester (DJSO) siegreich aus Belgien zurück: Alle zwei Jahre findet dort in der Kleinstadt Neerpelt das Europäische Jugendmusikfestival statt. Die letzte Ausgabe 2021 musste wegen der Pandemie abgesagt werden, doch Anfang Mai diesen Jahres durften endlich wieder 60 Instrumentalgruppen aus zwölf verschiedenen Ländern einer fachkundigen internationalen Jury ihr Können präsentieren. Mit dabei: die dreißig MusikerInnen aus Dachau im Alter von 10 bis 22 Jahren.

Die Erwartungen waren groß, konnte das DJSO bei seiner Festival-Premiere 2019 doch einen 1. Preis erlangen. Auch dieses Mal hatten die Jugendlichen in monatelanger Probenarbeit mit Dirigentin Gudrun Huber und Bläserdozent Florian Ewald ein zwanzigminütiges Repertoire vorbereitet, in dem laut Wettbewerbsvorgaben mindestens ein deutscher Komponist sowie mehrere unterschiedliche Epochen und Stile vertreten sein mussten. Das DJSO entschied sich für drei Sätze aus Händels „Wassermusik“, zwei Tänze aus England und Frankreich, ein modernes finnisches Stück mit vielen Bläser-Soli sowie einen Marsch-Satz aus einer klassischen österreichischen Sinfonie. Trotz Aufregung und wenig Schlafs führte das Orchester sein Programm konzentriert auf – und wurde dafür mit einem erneuten 1. Preis belohnt.

Neben dem Wettbewerb stand das viertägige Festival vor allem im Zeichen des musikalischen Miteinanders. Gleich am ersten Abend konnten sich die Orchestermitglieder nach einer anstrengenden 13-stündigen Anreise mit dem Bus die Beine auf dem Marktplatz vertreten und jede Menge Essensstände sowie eine Live-Band und ein Feuerwerk genießen. Die folgenden Abende fand in einer großen Turnhalle jeweils ein zweistündiges „Happening“ mit mitreißenden Musik- und Tanz-Auftritten anderer Gruppen statt. An den Nachmittagen konnte das DJSO mit Workshops zu exotischen Instrumenten oder geleiteter Improvisation seinen musikalischen Horizont erweitern und Kontakte zu Jugendlichen aus anderen Ländern knüpfen. Davon inspiriert fand man sich im Stadtpark bei gutem Wetter zu spontanen Streichquartetten zusammen.

Außerdem gestaltete das DJSO einen lokalen Gottesdienst mit. Als sich plötzlich herausstellte, dass ein Stück fehlte, sprang kurzerhand Geiger Raphael Luca (19) ein und beeindruckte die Zuhörer mit einem spontanen Solo. Am letzten Tag zogen alle teilnehmenden Ensembles flaggenschwenkend und musizierend in einer großen Parade durch die Stadt, bevor die Jury die Ergebnisse verkündete und anschließend gefeiert wurde. Angesichts der einmaligen Atmosphäre in Neerpelt steht für das DJSO fest: Die nächste Ausgabe des Festivals kann gar nicht früh genug kommen!

Interessierte junge MusikerInnen können über djso-info@gmx.de Kontakt zum Orchester aufnehmen. Bildquelle (c) DJSO