Am 19.02.2017 wurde die Ausstellung „Farbakkorde“ mit den späten Werken des Künstlers Ulf Maier eröffnet. Der Vorsitzende des Museums Altomünster, Prof. Wilhelm Liebhart, freute sich sehr über die große Gästezahl aus nah und fern. Er begrüßte neben den Repräsentantinnen + Repräsentanten aus der Kommunalpolitik besonders die Familie und den Freundeskreis des im vergangenen Jahr verstorbenen Malers, die diese Ausstellung ermöglichten. Ein herzlicher Dank galt zudem dem musikalischen Duo Florian Ewald (Saxophon) und Eva Kautsch (e-piano) für eine wiederum einfühlsame Mitgestaltung der Vernissage. Zur Ausstellung wurde ein Bildband aufgelegt, der ergänzt mit Sinnsprüchen eine Betrachtung, ja Meditation der Aquarelle zum Klingen bringt. Die weitere Einführung in das Werk des Künstlers oblag Dr. Ulrich Schneider, der zunächst von seinem ersten Besuch im Haus des Künstlerehepaares Ingeborg „Bussi“ Buhs und Ulf Maier berichtete. Zu diesem Zeitpunkt wohnte das Ehepaar bereits mehrere Jahre zurückgezogen in einem Ortsteil der Marktgemeinde. Das Interesse von Dr. Schneider galt den Kunstwerken von Frau Buhs; er sah die Aquarelle von Ulf Maier und dachte zunächst, das sei ein Stil z.B. wie von Paul Klee. Erst bei der weiteren sorgfältigen Betrachtung erkannte Dr. Schneider die großen Unterschiede. Jedes Kunstwerk ist eine Kombination aus der unterschiedlichen Gewichtung von Farbe und Form. Ulf Maier hat in seinen Spätwerken das anteilige Gewicht der Form durch eine exakte Matrix dem Farbspiel untergeordnet, wobei teils noch dynamische Bewegungen, teils nur horizontale und vertikale Strukturen vorliegen. Die Farbe wurde dann Feld für Feld präzise aufgetragen und wie ein Buch, Zeile für Zeile von links oben nach rechts unten einzigartig geschrieben. Jedes Farbfeld hat dadurch eine starke Spannung zu allen jeweils benachbarten Feldern. Aber das genügte Ulf Maier noch nicht. Er spritzte seine Werke mit dem Wasserschlauch ab und übermalte die Felder, teilweise 3- bis 4mal. Übermalte Aquarellfarben werden dunkel und erhalten eine Tiefenwirkung wie Stücke aus Samt. Frau „Bussi Buhs“ schloss daran an und berichtete über ihre ersten Erfahrungen, als sie bewusst aus der Stadt in eine geographische Provinz zogen, zunächst gewissermaßen „inkognito“ lebten. Sie lenkte ihre Gedanken weiter zu mentalen Provinzen, die ebenso in einer Großstadt vorliegen können. Derartiges sieht „Bussi Buhs“, wenn ein Museum oder eine Galerie nur das ins Programm aufnimmt, was schon einen Namen hat oder anderen Orts eine gute Resonanz fand. So ermunterte sie die Gäste, immer wieder aufs Neue eine kulturelle oder künstlerische Lebendigkeit zu suchen. Die Aquarelle sollten deshalb so entdeckt werden, wie sie Farbfeld für Farbfeld geschrieben wurden und es wird die Schönheit und Harmonie zum Klingen kommen. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten des Museums bis 23. April 2017 zu besichtigen (kostet Eintritt). Altonews wünscht herzlich allen Besucherinnen + Besuchern des Museums Altomünster eine frohe Zeit. Bildquelle: (c) altonews.de